Winterthur

47 neue Stellen: Kistler gewinnt den Preis

Das Unternehmen Kistler Instrumente aus Wülflingen hat im letzten Jahr am meisten neue Stellen in der Region Winterthur geschaffen. Die Firma holt den Stellenschafferpreis nach 2012 bereits zum zweiten Mal ab.

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542 Stellen sind es unterdessen in Winterthur: Die Kistler Instrumente AG hat im vergangenen Jahr nochmals 47 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Firma mit Hauptsitz in Wülflingen stellt Sensoren vor allem für die Autoindustrie her und wächst und wächst und wächst. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern ist so gross, dass Kistler sogar mit einem riesigen Stelleninserat am Hauptbahnhof nach neuen Stellenbewerbern sucht.

Kistler erhielt den Winterthurer Stellenschafferpreis nach 2012 bereits zum zweiten Mal. Die Auszeichnung nahm Yves Birchmeier entgegen, Personalchef bei Kistler: «Andere Industrieunternehmen bauen in Winterthur Stellen ab. Dadurch haben wir in gewissen Bereichen, viele Personen, die sich bei uns bewerben.» Bei einigen Fachkräften sei es hingegen schwierig, darum habe sich Kistler die Aktion mit dem Plakat am Hauptbahnhof einfallen lassen.

Die Erstplatzierten in allen Kategorien erhielten einen mit 1000 Franken dotierten Check von der Zürcher Kantonalbank. Das reiche wohl nicht, um auswärts Parkplätze anzumieten, sagte Birchmeier scherzhaft. Kistler wird es am Standort in Wülflingen langsam zu eng. Die Firma bekräftigte aber auch gestern, sie werde sowohl mit dem Hauptsitz als auch mit der Produktion in Winterthur bleiben. Kistler hat im vergangenen Jahr weltweit rund 150 neue Stellen geschaffen, mittlerweile beschäftigt die ganze Unternehmensgruppe international rund 1600 Personen.

PflegeEulachtal an zweiter Stelle

Die Podestplätze in dieser Kategorie belegte die Betriebsgemeinschaft Pflege Eulachtal aus Elgg mit rund 29 neuen Stellen, die fünf Pflegeheime in der Region betreibt, sowie die Sicherheitsfirma Alpha Protect AG aus Illnau-Effretikon mit rund 26 neuen Stellen.

Der Preis für das grösste relative Stellenwachstum ging an die Helmedica AG, eine Softwareentwicklerin im Gesundheitswesen. Die Firma ist von Januar 2015 bis Juni 2016 um 170,59 Stellen gewachsen (in absoluten Zahlen sind es 5,8 Stellen mehr). Der zweite Rang ging an die Lithium Storage AG aus Illnau-Effretikon (150 Prozent Wachstum), den dritte Platz belegt die Bierbrauerei Doppelleu aus der Grüze mit 112,8 Prozent Stellenwachstum.

Drei neue Lehrstellen bei 3-Plan

«Gute Lehrlinge im Bereich Gebäudetechnikplanung zu finden, ist nicht einfach», sagte Sandra Bührer von der 3-Plan Haustechnik AG. Für Berufe, die bei den Jugendlichen nicht so bekannt seien, gebe es jeweils nicht so viele Bewerbungen. Die Firma wurde für das grösste Lehrstellenwachstum ausgezeichnet. 19 Lehrlinge bildet das Unternehmen nun aus, 3 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt haben sich 24 Firmen für den Stellenschafferpreis beworben. Die vollständigen Ranglisten gibt es hier.

Mario Fehr (fast) Winterthurer

Bereits am Vormittag nahmen rund 400 Gewerbler am KMU-Forum im Rahmen der Winti-Mäss in den Eulachhallen teil, ein grosser, so genannter «Netzwerkanlass» mit Gästen aus Wirtschaft und Politik. Regierungsratspräsident Mario Fehr (SP) zählte am Rednerpult auf, er sei heute bereits zum fünften Mal innerhalb von acht Tagen in Winterthur: Sozialkonferenz, Hühnermahl der Herrengesellschaft (dort soll er Stadtpräsident Michael Künzle zünftig auf die Schippe genommen haben), Jubelfeier für Jürg Stahl (SVP), Einweihung des neuen Kapo-Postens beim Hauptbahnhof und jetzt Winti-Mäss und KMU-Forum. Die fleissigen Besuche verleiteten den Zürcher zu einem frei aus John F. Kennedy und ZVV-Werbung gemixten Spruch: «Ich bin auch ein Winterthurer.» Mit der Winterthur-Sympathie sei es bei ihm am 12. Dezember aber vorbei, sagte Fehr. Dann wird er auf der Schützenwiese dem FCZ die Daumen drücken. Zum Schluss gab Fehr noch einen Tipp für die Winti-Mäss: Die Tirggel am Kapo-Stand seien besonders fein.

Weibel sparte den Brüttemer Tunnel weg

Starredner vor den 400 Anwesenden des KMU-Forums war Ex-Oberbähnler Benedikt Weibel. Er referierte über schlaues Management und über «the unknown unknown» also den Nebel der Zukunft, der in der heutigen Welt immer dichter werde. Brexit, Trump. Nichts ist mehr vorhersagbar. Für ein kurzes Raunen sorgte Weibel, als er erzählte, wie er 1999 den Brüttemer Tunnel aus dem Projekt Bahn 2000 strich, um die Kosten zu drücken. Seine Erklärung: «Die Bahn fährt auch so.»

Sitzungen beim Joggen

Marc Maurer, Manager eines Zürcher Start-up-Unternehmens, das luftgefederte Laufschuhe herstellt, machte in der Diskussion mit Stadtpräsident Künzle einen Vorschlag zur Sitzungsgestaltung: Maurer geht mit seinen Leuten jeweils Joggen, um Geschäftsangelegenheiten zu besprechen. Eine Variante, die der Winterthurer Stadtrat voraussichtlich nicht übernehmen wird. Künzle erklärte: «Wir sitzen.» Sein Trick um die Stadtratssitzungen am Mittwochmorgen zu beschleunigen: «Wenn wir nur 40 Traktanden haben diskutieren wir oft in den Nachmittag hinein. Wenn 140 Traktanden anstehen, sind wir meistens schon um 12 Uhr fertig.»

Zum Schluss trat der ehemalige Skirennfahrer Silvano Beltrametti, der seit einem Unfall im Jahr 2001 querschnittgelähmt ist, auf der Bühne auf. Seine Rede, während der es im Saal mucksmäuschenstill war, setzte dem KMU-Forum einen nachdenklichen Abschluss. Seine Botschaft: «Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk.» (landbote.ch)

Erstellt: 02.12.2016, 11:49 Uhr

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