Nachtleben

Open-Air-Party am Reitplatz sorgt für Freinacht

Die Freiluft-Technoparty «FFF Verusse» zog am Samstag über 1000 Besucher an den Reitplatz. Die Bässe waren bis ins Tössemer Wohnquartier zu hören. Allerdings blieb die Lautstärke im erlaubten Rahmen, wie die Polizei bestätigt.

Feiern zu Minimal House schon ab dem Nachmittag: Die «FFF Verusse»-Party am Samstag.

Feiern zu Minimal House schon ab dem Nachmittag: Die «FFF Verusse»-Party am Samstag. Bild: Kimberly Shepherd

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Schlaflose Nächte sind angesichts der anhaltenden Sommerhitze keine Seltenheit. Einige Bewohner des Tössemer Neumühlequartiers hielt am vergangenen Samstag allerdings noch etwas anderes wach: die wummernden Bässe einer Freiluftparty am rund einen Kilometer entfernten Reitplatz.

«Derjenige, der diese Party bewilligt hat, wohnt sicher nicht im Neumühlequartier oder kennt niemanden hier im Quartier, der am Sonntagmorgen um fünf Uhr aufstehen muss, weil sie oder er im Pflegebereich arbeitet oder bei Stadtbus», schreibt eine Leserin, die wach lag. Ein Anruf bei der Polizei um halb ein Uhr brachte ihr die Auskunft, dass die Party bewilligt sei und noch bis vier Uhr andaure. Die Stadtpolizei bestätigt dies auf Anfrage: Der Anlass «FFF Verusse» war bewilligt und habe die gesetzlichen Auflagen bezüglich Lärmschutz eingehalten. Der gleiche Anlass habe bereits im Vorjahr stattgefunden, damals quasi ohne Lärmprobleme. Dieses Jahr seien «rund ein Dutzend» Lärmklagen eingegangen.

Lokale Partymacher am Werk

Hinter dem eintägigen Freiluft-Rave, der schon am Nachmittag losging, steckt das Winterthurer Partylabel «Friede Freude Freitag (FFF)», beziehungsweise der «Verein für mehr Bewegung». Dessen Mitgründer Sam Jost spricht von einem «durchwegs gelungenen Anlass». Über 1000 Besucher habe «FFF Verusse» an den Reitplatz gelockt. «Die Stimmung war friedlich und ausgelassen.» Bei Gastronomie und Technik seien ausschliesslich lokale Firmen zum Einsatz gekommen, und für die Samariter habe es nur einige Schürfwunden und überhitzte Besucher zu pflegen gegeben.

Das Publikum sei vor allem aus Winterthur und der Ostschweiz angereist. Für die gespielte Musik (Minimal House) gebe es derzeit keine vergleichbare Party in der Region. Der «Verein für mehr Bewegung» ist in Winterthur schon vor zwei Jahren durch eine Open-Air-Party aufgefallen, nämlich den «Tanz zum Merkur» am Albanifest 2016. Die Party hinter dem Manor war vor allem beim jüngeren Publikum sehr beliebt, musste in den Folgejahren am Albanifest aber dem Zelt der Winterthur Warriors weichen.

«Messwerte eingehalten»

Auf den Bildern des «FFF Verusse» sieht man eine originelle, aus viel Holz zusammengezimmerte Bühne, geschmückte Barzelte, einen Himmel aus Fähnchen und Lampions und gut gelaunte junge Leute beim Tanzen oder lässig auf Orientteppiche in den Zelten gefläzt. Sam Jost sagt, vonseiten der Veranstalter könne man versichern, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten wurden. «Als wir um halb zwei Uhr das erste Mal von Lärmklagen hörten, haben wir die Musik leiser gedreht.»

Legendäre Vorgänger

Dass am Reitplatz Open-Air-Parties gefeiert werden, hat eine gewisse Tradition. Legendär ist beispielsweise das Gastspiel des Frauenfelder Open-Airs, das damals «Out in the Green» hiess, anno 1994. Das hochkarätige Line-up umfasste unter anderem Aerosmith, Peter Gabriel, Die Toten Hosen und die Kelly Family.

«Die Polizisten, die diesen Anlass bewilligt haben, wohnen sicher nicht im Neumühlequartier.»Eine Anwohnerin

Spektakulär war zehn Jahre später auch das Goa-Festival «Zoom» mit mehreren Tausend Besuchern, das jeweils im Nachgang der Street Parade stattfand. Mit neonbunten Fantasie-Gebilden und viel Bass verwandelte es den Reitplatz in eine bizarre Gegenwelt. In Beduinenzelten wurden Chai-Tee, Lachgas und Kekse mit und ohne Bewusstseinserweiterung verkauft. 2007 strich das Zoom die Segel – ein Schlechtwetterjahr hatte die Kasse geleert. (Landbote)

Erstellt: 06.08.2018, 17:16 Uhr

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