Winterthur

«Wer Nein sagt, schiesst sich ins Knie»

Die Winterthurer KMU sagen zwar mehrheitlich Nein zur Erbschaftssteuerinitiative. Dennoch gibt es einzelne Unternehmer, die ganz bewusst Ja stimmen werden.

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Die Gegner der Erbschafts­steu­erin­itia­ti­ve sehen schwarz: Sollte der Souverän am 14. Juni das Volksbegehren annehmen, dann ist die Unternehmensnachfolge ihrer Ansicht nach in vielen Betrieben unmittelbar gefährdet. Denn Erben könnten in Liquiditätsengpässe geraten und sähen sich gar gezwungen, das Lebenswerk verkaufen zu müssen. Diese Ansicht vertritt auch eine breite Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen in Winterthur und Umgebung (siehe auch «Landbote» vom 5. Mai). Viele der damals angefragten Unternehmen wiesen dar­auf hin, dass die Folgen der In­itia­ti­ve «tatsächlich existenzbedrohend» sein könnten.

Doch es gibt auch Winterthurer Unternehmer, die das ganz anders sehen. «Die Erbschaftssteuer wird kaum jemandem wirklich wehtun», sagt Christian Hunziker, CEO des Gebäudetechnikunternehmens Hunziker Partner AG und Präsident des schweizweit tätigen Netzwerks für nachhaltiges Wirtschaften. «Wer eine Erbschaft erhält, bekommt sie ja in der Regel ohnehin gratis.» Auch die KMU dürften seiner Ansicht nach bei Annahme der In­itia­ti­ve kaum dar­un­ter leiden. Zumal der Freibetrag ja noch vom bürgerlich dominierten Parlament in Bern bestimmt werden müsse. «Und dieses wird kaum etwas tun, was den KMU schaden könnte.»

Ohnehin sieht Hunziker die ­Sache mit der Erbschaftssteuer ziemlich pragmatisch: «Der Staat braucht Geld und ich bin nicht steuerverdrossen.»

Unternehmer profitieren

Auch SP-Gemeinderat Fredy Künzler, CEO des Internetdienstanbieters Init7, sagt Ja zur Erbschaftssteuerinitiative. Er wirft den Gegnern der Initiative vor, mit falschen Zahlen zu operieren und so Ängste zu schüren. Richtig sei, dass von der Erbschaftssteuer vor allem die AHV massiv profitiere. «Und somit profitieren auch wir Unternehmer.» Wenn deshalb ein KMU Nein sage zur Initiative, «so schiesst es sich ins eigene Knie», ist Künzler überzeugt. «Denn wenn ich wählen kann zwischen der Erbschaftssteuer und höheren AHV-Beiträgen oder einer höheren Mehrwertsteuer, dann ist die Erbschaftssteuer für mich das deutlich kleinere Übel.»

Der Winterthurer Gartenbauunternehmer Urs Böni versteht ohnehin nicht, weshalb derzeit ausgerechnet die KMU so stark im Fokus der Diskussion stehen. «Denn bei einer Freigrenze von 50 Millionen Franken sind die meisten KMU ja sowieso nicht von der Erbschaftssteuerin­itia­ti­ve betroffen.» (Landbote)

Erstellt: 22.05.2015, 08:07 Uhr

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